Ein Hund leistet in jedem Moment seines Lebens "biologische Stoffwechselarbeit", für die er Energie und Nährstoffe benötigt. Auch wenn keine weitere körperliche Aktivität stattfindet. Grund: Alle Aktivitäten des Organismus verbrauchen Energie und Nährstoffe - also Atmung, Herzschlag, Verdauung oder Ausscheidung, die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur, der Zellstoffwechsel und alle anderen Körperfunktionen. Fallen keine zusätzlichen Leistungen wie z.B. bei Trächtigkeit oder körperlicher Arbeit an, wird vom Erhaltungs-Stoffwechsel bzw. dem Erhaltungsbedarf gesprochen. Der Bedarf von Hunden an Energie, Nährstoffen und Wasser ist auf Grund jahrzehntelanger praktischer Erfahrungen von Züchtern und vielen tausend wissenschaftlichen Untersuchungen weitestgehend bekannt. Und zwar weitaus genauer als beim Menschen, über dessen "richtigen" Ernährungsbedarf von den Wissenschaftlern immer noch heftig gestritten wird. Unklarheiten bei der artgerechten, gesunden Hundeernährung bestehen lediglich bei gewissen Spurenelementen, deren Bedeutung im Stoffwechsel zudem noch nicht völlig aufgeklärt ist. Z.B. Molybdän, Magnesium oder Mangan. Dennoch: An dem weitestgehend bekannten Nährstoffbedarf von Hunden müssen sich heute sowohl Hersteller von Hundenahrung als auch die Hundehalter selbst messen lassen. Artgerechte Tierhaltung bedeutet eben auch artgerechte Tierernährung! Und das heißt, dass das äußerst umfangreiche Wissen über artgerechte Ernährung von Hunden auch in entsprechend bilanzierte Produkte einfließen muss. Sinnvoll sind solche optimierten, hochwertigen und artgerechten Vollnahrungen aber nur dann, wenn auch die Tierhalter ihre Hunde entsprechend der Fütterungsempfehlungen mit Nahrung versorgen. Geschieht dies nicht, und hierauf wurde in den letzten Folgen immer wieder hingewiesen, besteht die Gefahr körperlicher Fehlentwicklungen und zahlreicher Gesundheitsstörungen der geliebten Vierbeiner. Begriffe zum Thema Erhaltungs-Stoffwechsel Als Erhaltungs-Stoffwechsel wird die Stoffwechsel-Aktivität während Phasen ohne weitere körperliche/psychische Belastung (Wachstum, Trächtigkeit, Training und Arbeit, Krankheit) bezeichnet Als Stoffwechsel ("Metabolismus") wird die Gesamtheit von Verdauungsvorgängen, Zerlegung und Neuaufbau ("Synthese") von Nährstoffen sowie der Energiegewinnung in den Zellen bezeichnet. Grundsätzlich ist mit Stoffwechsel die Eigenschaft lebender Organismen benannt, belebte und unbelebte Stoffe aus der Natur durch chemische Vorgänge umzubauen. Stoffwechsel-Leistungen werden unterschieden in abbauende biochemische Prozesse ("Katabolismus") und substanz-aufbauende Vorgänge ("Anabolismus"). Wissenschaftlich werden zudem energieverbrauchende und Energie gewinnende Stoffwechsel-Leistungen unterschieden Der angemessene, artgerechte Nährstoffbedarf von Hunden richtet sich nach der normalen Basis-Aktivität des Stoffwechsels. Zusätzliche Leistungen erfordern auch zusätzliche Nährstoffe, z.B. mehr Energie ("Leistungs-Stoffwechsel") Wesentliche Eckwerte für die Rationsberechnung eines Hundes im Erhaltungsstoffwechsel sind sein - anhand jahrzehntelanger Erfahrungen und wissenschaftlicher Forschungen festgestellter - Bedarf an Energie, Eiweißen, Fetten, Kohlenhydrate, Vitaminen und Mineralstoffen (Spuren- und Mengenelemente) und Wasser Der Nährstoff-Bedarf von verschiedenen Hunden gleicher Rasse im Erhaltungs-Stoffwechsel wird - auch bei ansonsten gleichem Körpergewicht und Geschlecht - durch zusätzliche natürliche Einflüsse verändert. Bedeutsam sind vor allem das Temperament eines Hundes, seine Behaarung, das Alter, die durchschnittlichen Temperaturen/Wind/Soneneinstrahlung in seiner Umgebung und die Höhe über dem Meeresspiegel (grundsätzlich hat natürlich auch die Rasse eines Hundes Einfluss auf seinen Erhaltungsstoffwechsel) Vor allem der Energie-, Sauerstoff und Wasserbedarf im Erhaltungsstoffwechsel jedes einzelnen Hundes im Erhaltungsstoffwechsel kann mit wissenschaftlichen Methoden äußerst genau festgestellt werden. Der Bedarf an anderen Nährstoffen wird hingegen durch Untersuchung vieler Hunde über längere Zeiträume hinweg ermittelt. Abweichungen von den, hierbei festgestellten "Normwerten" kann der Tierarzt aber auch im Einzelfall genau bestimmen: Fehlt z.B. ein lebensnotwendiges Vitamin in der Nahrung ist dieser Mangel auch bei der Laboruntersuchung des Blutes nachweisbar Der Nährstoffbedarf des Hundes im Erhaltungsstoffwechsel wird am besten durch artgerechte, hochwertige Vollnahrungen und Wasser gedeckt. Zusätzliche Nährstoffgaben sind nicht nur überflüssig, sondern können die Gesundheit des Tieres auch empfindlich beeinträchtigen Wissen über Ernährung schützt am besten vor Fehlernährung von Hunden Für die alltägliche Fütterungspraxis reicht die Befolgung der Ernährungsempfehlungen (siehe unten) eigentlich völlig aus. Zumindestens solange ein hochwertiges Produkt eingesetzt wird. Aber erst ein weiter gehendes Wissen um Ernährungszusammenhänge schützt effektiv vor den häufigen Ernährungsfehlern, die von zahlreichen Hundehaltern begangen werden. Gefühlsmäßig mag z.B. die Verfütterung rohen Fleisches ja etwas besonders Gutes für den Hund sein. Aber erst die Nährstoffanalyse rohen Fleisches und die entstehende Nährstoffmangelsituation beim Hund entlarvt, wie falsch das Gefühl manchmal liegen kann: Es kommt nicht nur zu einem teilweisen Vitaminmangel, sondern - viel schlimmer noch - zu einem gesundheitsschädigenden Ungleichgewicht z.B. der Mengenelemente Kalzium und Phosphor. Die Auswirkungen auf die Entwicklung und die Gesundheit der Knochen sind hinlänglich bekannt. Ähnlich bekannt ist der zweite häufige Ernährungsfehler - nämlich die Überversorgung mit Energie. Ist erstmal klar, dass der Hauptgrund hierfür nicht allein die Menge der täglich verwendeten Nahrung, sondern auch ihr Energiegehalt ist, fällt die Korrektur der Fehlernährung leicht. Z.B. durch Fütterung kleinerer Mengen oder den Umstieg auf eine energiereduzierte Vollnahrung. Ein besonderer Dorn im Auge der Veterinärmediziner sind schließlich die vielen Präparate zur Nahrungsergänzung, seien es Vitamin- oder Mineralstoffkombinationen. Um es ganz klar auszudrücken: Eine Vollnahrung für Hunde muss per Gesetz alle Nährstoffe in artgerechter Zusammensetzung und Menge enthalten! Das bedeutet für den Halter: Eine Verwendung von Zusatzstoffen ist überflüssig. Ja, sie können sogar auch massive Gesundheitsschäden verursachen. Noch einmal: Vitamin-, Mineralstoff- oder Aminosäure-Präparate sind Medikamente, die in die Hand des Arztes gehören und nur bei bestimmten, eindeutig diagnostizierten Krankheiten sinnvoll sind und auch dann nur über begrenzte Zeit verwendet werden dürfen. Die Ernährungsmöglichkeiten in der Hundehaltung haben sich in den letzten Jahrzehnten enorm erweitert. Noch drastischer ist dies in den neuen Bundesländer, wo erst seit einigen Jahren eine breite Palette von Hunde-Nahrungsmitteln allgemein zur Verfügung steht. Dennoch ziehen manche Züchter und Hundehalter die Selbstzubereitung von Hundenahrung dem Einsatz einer Vollnahrung vor. Dies ist verständlich, da sowohl subjektive Faktoren ("ich will die Nahrung für meinen Hund selbst zubereiten") als auch Kostenfragen einen Einfluss auf diese Entscheidung haben. Aus tierärztlicher Sicht ist jedoch eher eine breite Verwendung von qualitativ hochwertigen und artgerecht zusammengesetzten Vollnahrungen empfehlenswert, da dies eine entscheidende Maßnahme der krankheitsvorbeugenden Medizin ("Präventiv-Medizin") ist. Und: Ernährungsbedingte Erkrankungen, Mangelzustände oder Übergewicht tragen erheblich zu den Gesamt-Haltungskosten bei. Eine Tatsache, wie sie aus der Humanmedizin ebenfalls bekannt ist. Die nachgewiesene lebensverlängernde Wirkung einer artgerechten Nahrung aber dürfte für viele Besitzer von Hunden letztlich den Ausschlag für den Einsatz hochwertiger Vollnahrungen geben. Die Verlängerung der durchschnittlichen Lebenserwartung bei richtiger Ernährung spiegelt sowohl die verminderte Krankheitshäufigkeit wider als auch die verbesserte Regenerationsfähigkeit bis ins Alter hinein. Berechnung von Futter-Rationen Grundlage für die Rations-Berechnung im Erhaltungsstoffwechsel ist vor allem das Gewicht des Hundes. Ist der Hund normalgewichtig, kann - bei Verwendung von Vollnahrung - die tägliche Ration leicht selbst berechnet werden. Beispiel: Ein erwachsener Hund von 35 kg Körpergewicht benötigt als Erhaltungsbedarf eine tägliche Energiezufuhr von ca. 7.900 KJ. Bei geringer Aktivität oder fortgeschrittenem Alter kann der Bedarf auf bis zu 6.200 KJ pro Tag absinken. Nun informieren Sie sich, wie viel Energie die von Ihnen bevorzugte Vollnahrung enthält. Jetzt rechnen Sie auf 1 Kilogramm = 1000 Gramm um: Eine Feuchtnahrung mit z.B. 420 KJ pro 100 gr enthält also etwa 4.200 KJ pro Kilo, eine Trockenvollnahrung mit 1.450 KJ pro 100 gr 14.500 KJ Energie pro Kilo. Überschlägig sehen Sie bereits jetzt die ungefähr benötigten Mengen. Nämlich etwas weniger als zwei Kilo-Dosen Feuchtfutter oder etwa ein halbes Kilo Trockennahrung am Tag. Anstatt zu schätzen, berechnen Sie nun den Bedarf: 7.900 durch 4.200 (feucht) ergibt 1,8 - also 1,8 Kilogramm. 7.900 durch 1.450 (trocken) hingegen 0,54 - also knapp 1/2 Kilogramm Trockenfutter. Aus dem bereits Gesagten geht klar hervor, dass es wichtig ist, sich hierbei nicht zu verrechnen. Sonst kann leicht Über- oder Untergewicht auftreten. Genauso wichtig ist natürlich auch das Normalgewicht des Hundes. Besonders an den Rippenbögen ist ein eventueller Fettansatz leicht zu sehen oder zu ertasten. Sind Sie sich unsicher, ob Ihr Hund normalgewichtig ist, wird auch Ihr Tierarzt oder Züchter gerne weiterhelfen. Wird diese körpergewichtsbezogene Rationsberechnung vorgenommen, kann eigentlich nichts mehr schief gehen: Bei Verwendung einer hochwertigen Vollnahrung werden Ihrem Hund durch die Fütterung der errechneten Mengen alle lebensnotwendigen Nährstoffe in artgerechter Dosierung zugeführt. Fütterungs-Hinweise - Erhaltungsstoffwechsel Achten Sie immer auf eine ausreichende Versorgung mit frischem, sauberen Wasser Die Nahrung darf weder erhitzt noch gekühlt gefüttert werden; am besten bei Zimmertemperatur (Achtung: Erhitzen Sie niemals Vollnahrung, damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zerstört werden) Denken Sie immer daran, dass Trockenvollnahrung durch Durchfeuchtung im Magen an Volumen gewinnen kann Nicht während oder unmittelbar nach einer starken körperlichen Anstrengung füttern Arbeitshunde mit vorhersehbaren Dienstzeiten sollten spätestens 3 Stunden vor Beginn der Arbeit, noch besser am Abend zuvor gefüttert werden Da es 15 - 20 Stunden dauert bis aufgenommene Nahrung vollständig den Magen verlassen hat, reicht - zumindest im Erhaltungstoffwechsel - eine einmalige Fütterung pro Tag aus. Besser ist aber eine zweimalige Fütterung mit einer Hauptmahlzeit und einer Nebenmahlzeit Auch wenn überwiegend kohlenhydratreiche Nahrung (Trockenfutter, Flocken) verwendet wird, sollte zweimal täglich gefüttert werden, damit keine unangenehmen Gärungsprozesse im Darm entstehen Der Energiegehalt der Gesamtfuttermenge sollte den täglichen Energiebedarf des Hundes nicht übersteigen Einseitige Ernährung und/oder plötzliche Ernährungsumstellungen sind zu vermeiden. Lassen Sie sich für Umstellung der Ernährung etwa eine Woche Zeit Wegen der raschen Passage der Nahrung durch den Hundedarm ist auf eine hohe Verdaulichkeit der Nahrung zu achten. So ist Gewähr leistet, dass alle Nährstoffe in artgerecht notwendiger Menge aufgenommen werden können und keinerlei Mangelsituation entsteht Die verwendete Nahrung sollte 1 - 2 Prozent schwer oder unverdaulicher Ballaststoffe enthalten Regelmäßige Bewegung ist für die Verdauung von Hunden unerlässlich Unmittelbar vor Belastungen und intensiver Arbeit sollte ein Hund nicht gefüttert werden Die Fütterung sollte immer regelmäßig erfolgen, d.h. niemals planlos oder zufällig Fastentage zur "Darmreinigung" sind bei disziplinierter Fütterung überflüssig Entscheiden Sie sich für die Verwendung von Vollnahrung, wählen Sie ein hochwertiges Produkt aus, das die Versorgung Ihres Hundes mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen sichert |